Indians On Fire an der Ostsee

Nach einem spielfreien Wochenende ging es für unsere Großstadtkrieger zu den Beach Boys aus Timmendorf an die Ostsee. Endlich konnte auch der Langzeitverletzte Yannik Baier wieder ins Spielgeschehen eingreifen. Gibbons musste wegen seiner Matchstrafe noch draußen sitzen. Er hatte zwei Spiele bekommen, was so viel heißt wie „So richtig sicher, ob die Entscheidung richtig war, sind wir auch nicht, aber irgendwas muss er ja kriegen.“ Gute Entscheidung! Bevor wir in den eigentlichen Spielbericht starten, nochmal was in eigener Sache. Eine Botschaft an den „netten“ Herren in Reihe 1, Platz 1. Wenn es in der Halle nur an dieser einen Stelle LTE-Empfang gibt, den wir für den Liveticker brauchen, würde ein ansatzweise höflicher und sozialer Mensch einfach einen Platz weiter rutschen. Vor allem, wenn um ihn herum 16 Plätze (handverzählt) frei sind. Was er scheinbar ja gewusst hat, da sich das Pärchen von anderen Plätzen vier weitere Decken (die hier auf den Sitzplätzen liegen) gehamstert hat. So – jetzt kann ich wieder ruhig schlafen. Also zurück zum Spiel! Auch wenn die vorgetragenen Starting Six es anders vermuten ließen, stand für uns erstmals Niklas Deske im Tor. Der bekam auch schnelleren Feind- als Puckkontakt, als Jason Horst ihn mit einem Samba ähnlichen Hüftschwung ins Tor schob. Aber auch beim Puck konnte Deske sich beweisen. In der 4. Minute tauchte Max Grassi in drei Metern frei vorm Tor auf, aber unsere neue Nummer 1 im Tor machte sich ganz breit und konnte parieren. In der 7. Minute mussten wir eine ärgerliche Unterzahl hinnehmen, da Maxi Pohl wegen Spielverzögerung raus musste. Wären die Plexiglasbanden höher als 1,40 m, wäre das vermutlich keine Strafe gewesen. Der EHCT machte nun Druck und ein Tor lag schon in der Luft. Mit viel Kampfgeist überstanden unsere Jungs aber die Unterzahl. Kaum komplett klingelte es im Timmendorfer Kasten. Carsten Gosdeck nahm den schönen Pass von Pohanka dankend an und traf in der 9. Minute zum 0:1. Spannend wurde es dann nochmal zum Drittelende. In der 18. Minute erinnerte Gosdeck nochmal dran, wofür wir ihn früher gehasst haben. Mit allem, was der Arm hergibt, zimmert er das Ding zum 0:2 in den Winkel. Aber auch Deske musste in der 19. Minute nochmal zeigen, was er konnte. Vor seinem Tor war mehr los als in der U-Bahn in Tokio – zuerst eine Dreifach-Chance, der Puck war aber noch heiß und direkt eine Doppelchance hinterher, aber Deske hielt seinen Kasten sauber. Ein Tor gab es dann 35 Sekunden vor Schluss aber dennoch. Nach einer schönen Spielkombination steht Baier goldrichtig, kann den kurzen Pass von Pohanka verwerten und hebt den Puck über den Schoner von Timmendorfs Hungerecker. Das war doch mal ein erstes Drittel, wie man es sich nur wünschen kann.

 

Gleich zu Drittelbeginn musste der ECH allerdings etwas kämpfen. In der 22. Minute gab es eine Strafe wegen Behinderung und in der Sekunde der Komplettierung direkt die nächste wegen Spielverzögerung, so dass wir vier Minuten Überzahl überstehen mussten. Und kurz vor dem Ablaufen der Strafe konnte sich Dennis Arnold auch noch mit einem schönen Solo durchsetzen. Kurz vorm Tor standen ihm vier Timmendorfer auf den Füßen, aber Arnold kam trotzdem noch zum Abschluss. Mit drei Toren wollten sich die Indians nicht begnügen. Grass spielte einen tollen scharfen Querpass vorm Tor entlang, den Baier direkt abnimmt und nur Millimeter neben das Tor schießt. Das „F***“ von ihm hat man noch oben auf der Tribüne gehört. Auch wenn die Indians das deutlich aktivere Team waren, kam der EHCT vor allem nach Kontern immer wieder zu aussichtsreichen Gelegenheiten. So langsam stellte ich mir auch die Frage, ob der Schiedsrichter an der #KeineStrafeFürDieHeimmannschaftChallenge teilnimmt. Ich hab da zumindest schon zwei klare Strafen gegen die Beach Boys gesehen. Strafe gab’s dann auch, aber wieder für uns. Wobei wir über die Musikauswahl bei Strafen nochmal dringend sprechen sollten. Wurde bei der letzten noch „Mach mir doch kein‘ Knutschfleck“ gespielt, nahm Pohanka zu „Sex on the Beach“ auf der Strafbank Platz. Durch die Überzahl in Vorteil gebracht, baute Timmendorf jetzt wieder mehr Druck auf, konnte aber keine Chance verwerten. Bei 5 gegen 5 hatten wir dann das Zepter wieder in der Hand. Pohanka kam mit Vollspeed ins Drittel gefahren, trifft die Latte, will den Puck aus der Luft mit der Hand pflücken und kriegt einen Timmendorfer Stock auf den Handschuh. So gab es drei Sekunden vor Ablauf des zweiten Drittels doch die erste Strafe für die Hausherren. Challenge verloren, würde ich sagen. Auch im letzten Spielabschnitt wurde munter Hockey gespielt. So konnte der ECH mit einer spielfreudigen Kombination in der 48. Minute noch erhöhen. Baier spielte den Querpass direkt vorm Tor auf den mitgelaufenen Pohanka, der aus spitzen Winkel zum 0:4 einnetzte. Das Spiel war eigentlich schon nahezu entschieden, aber Timmendorf tauchte immer mal wieder nach hohen Pässen vor Deske auf. Und der dritte Alleingang ging dann in der 57. Minute auch mal rein. Das 1:4 sollte dann nach einem letzten Pfostenschuss der Beach Boys auch den Endstand darstellen und das Spiel endete mit Shalalala-Wechselgesängen zwischen den beiden Fanlagern. Zu null wäre für Deskes Einstand ja auch etwas unverschämt gewesen. Aber drücken wir mal die Daumen, dass er das beim Derby nachholen kann. Anpfiff der Partie Hannover Indians gegen die Langenhagen Scorpions ist dann wie gewohnt um 19 Uhr am heimischen Pferdeturm. Hoffentlich auf die nächsten drei Punkte!

 

Viele Grüße aus Eishockey-Deutschland

Euer Liveticker-Team mit dem ehrlichsten und subjektivsten Spielbericht der Liga

 

Zahlen und Fakten

Tore:

0:1 Gosdeck (Pohanka, Peleikis) 08:56
0:2 Gosdeck (Pohl, Grass) 17:00
0:3 Baier (Pohanka, Turnwald) 19:25
0:4 Pohanka (Baier, Ziolkowski) 47:15
1:4 Spöttel (Henry, Alonso) 56:50

Strafen: EHC Timmendorfer Strand 06 46 Minuten – Hannover Indians 10 Minuten

Zuschauer: 589

Unser ECHtes Livetickerteam: Nessie und Markus Casper

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