Indians müssen sich in Halle geschlagen geben

Für unseren ECH stand eine recht schwierige Aufgabe an, musste man zum Tabellenführer nach Halle reisen. Gerade zu Hause sind die Saale Bulls ein unangenehmer Gegner. Das hatte sich in den letzten Spielen vor Ort schon bewiesen. Dieses Mal konnten wir wieder mit unserem Kapitän Pohanka nach endlich abgesessener Sperre auflaufen. Im Tor konnten wir dieses Mal auf den Rückhalt von Ansgar Preuß setzen, der damit sein erstes Pflichtspiel in dieser Saison für den ECH bestreiten sollte.
Der Start ins Spiel war auf beiden Seiten etwas holperig. Saale Bulls und Indians konnten sich zwar beide einige Chancen erarbeiten, aber erarbeiten ist da auch tatsächlich das richtige Wort. Was man aber durchaus positiv mal erwähnen kann: im ersten Drittel hatten die Indians eine Überzahl zu überstehen und konnten einmal in Überzahl antreten. Beide Special Teams machten hier einen guten Job – auch wenn das erhoffte Tor ausblieb.
In der Drittelpause schien Halle ein bisschen am Zaubertrank genippt zu haben und kam mit viel Schwung aus der Kabine. Aber der ECH fing sich schnell und gestaltete selbst das Spiel und kamen zu einigen aussichtsreichen Schüssen von der blauen Linie in den Slot. Wie es manchmal im Sport so ist – ausgerechnet in der Drangphase der Indians gelang dann den Hausherren der Treffer. Einmal im Spielaufbau nicht aufgepasst und Jakub Wiecki bringt seine Saale Bulls in der 28. Minute in Führung. Die anfänglichen Startschwierigkeiten waren inzwischen passé und das Spiel hatte sich zu einem ordentlichen Schlagabtausch entwickelt. Unterbrochen wurde das (aus Hannoveraner Sicht) leider durch einen Penalty für den MEC in der 35. Minute. Nach einem Konter konnte Halle nur mit einem etwas unsanften Einsteigen gestoppt werden. Bacek sollte für Halle schießen, der schon in vergangenen Spielzeiten als sicherer Penalty-Schütze galt. Aber man soll den Tag bekanntlich nicht vor dem Abend loben – mit einer Glanztat verhinderte Preuß das 2:0. Im Gegensatz zu den anderen Partien machte der Schiedsrichter heute einen sehr unauffälligen Eindruck, trat in der 37. Minute das erste Mal richtig in Erscheinung. Einen Puck bekam Hauptschiedsrichter Brodnicki mit voller Wucht in die Rippen. Nach einer kurzen Spielunterbrechung stand er aber wieder und pfiff die Partie erneut an. Für die Indians wäre die Drittelpause die bessere Wahl gewesen. Denn in der 40. Minute erhöhte Tegkaev auf 2:0. Tja. Schießte keins, kriegste eins – zwei Euro ins Phrasenschwein.
Wir alle kennen Eishockey: bei einer 2-Tore-Führung ist die Messe noch nicht gelesen. Und das wusste auch der ECH. Schon nach einer Minute hatte Gosdeck nach schönem Solo den Anschluss auf der Kelle. Trotz guten Einsatzes fehlten allerdings die zwingenden Torchancen. In der 50. Minute hätten die Indians-Anhänger gerne mehr Einsatz des Schiris gesehen. Valasek blieb am Boden und musste mit einem Eisbeutel pausieren. Obwohl Brodnicki eine gute Partie machte, warf diese Szene doch wieder die Frage auf, ob die Oberliga-Schiedsrichter alle die gleichen Lehrgänge besuchen, wenn man mal überlegt mit was für Strafen wir in letzter Zeit bedacht wurden. Die Zeit rann nur so dahin. Wer von den Fans noch Fingernägel hat, hat sicher nicht richtig zugeschaut. Und dann endlich: der Anschlusstreffer! Maxi Pohl trifft in der 57. Minute zum 2:1. Jetzt warfen die Indians alles nach vorne, was sie nur finden konnten. Knapp eine Minute vor Schluss ging auch Preuß vom Eis. Aber … der erlösende Ausgleichstreffer für einen so wichtigen Punkt wollte einfach nicht mehr fallen. Auch das ist Sport: Manchmal wird man für seine Mühen einfach nicht belohnt. Unverdient ist der Sieg des Tabellenführers nicht, aber mit ein bisschen mehr Glück hätte es auch anders laufen können. Schon am Sonntag werden die Indians wieder auf Punktejagd gehen. Beim Derby gegen die Wedemark wird es ein Wiedersehen mit alten Bekannten geben, die mit einer bitteren 0:9-Pleite gegen die Tilburg Trappers anreisen. Eröffnungsbully ist wie gewohnt um 19 Uhr.
Viele Grüße aus Eishockey-Deutschland
Euer Liveticker-Team
Zahlen und Fakten
Tore:
1:0 Wiecki (Gunkel, Homer) 27:20
2:0 Tegkaev (Zille, Ehemann) 39:13
2:1 Pohl (Wasser, Noack) 56:03
Strafen: MEC Halle 04 4 Minuten – Hannover Indians 4 Minuten
Zuschauer: 1.281