Indians krönen Weihnachten mit Sieg über die Preussen

Statt Weihnachtsliedern unterm Tannenbaum gab es für die Hannover Indians Fangesänge im Eisstadion am Pferdeturm. Platz Nummer 1 der Christmas-Charts hätte an diesem Abend vermutlich „Oh du fröhliche“ belegt, denn das Team der Indians konnte an den letzten Sieg anknüpfen, wichtige drei Punkte einfahren und endlich wieder ausgiebig mit den Fans feiern.

Wobei das Spiel selbst einiges an Nerven kosten sollten. Der ECH kam motiviert bis in die Haarspitzen aus der Kabine, von Trägheit vom Weihnachtsbraten keine Spur und spielten die ersten Minuten ganz starkes Hockey. Aber manchmal kann das Momentum innerhalb von Sekunden wechseln. Yannik Baier bekam gleich zu Beginn einen Puck gegen das Ohr und musste unmittelbar ins Krankenhaus. So mussten die Indians mit Baier und den von Anfang an fehlenden Brian Gibbons auf zwei wichtige Offensiv-Kräfte verzichten. Nach einer etwas unglücklichen Strafe gegen die Hausherren in der 10. Minute lief dann irgendwie gar nichts mehr. Während der Überzahl konnten die Preussen sogar durch Justin Ludwig in der 11. Minute mit 1:0 in Führung gehen. Und in der 14. Minute erhöhte Berlins Topscorer Julian van Lijden auch noch auf 2:0. Trotz eines so starken Beginns galt es nun, dem Rückstand hinterherzulaufen. Rund zwei Minuten vor Schluss hatten sich die Indians wieder gefangen und spielten weiter auf.

 

In den zweiten Spielabschnitt startete der ECH dann wiederum stark. Dennis Arnold war es, der für sein Team in der 23. Minute dann auch auf 1:2 verkürzen konnte. Nur eine halbe Minute später hätte direkt der nächste Treffer fallen können, als Valasek und Pohanka jeweils an einem Pfosten vom Preussen-Tor lauerten, aber einer links, einer rechts vergab. Hinten raus flachte das Spiel zwar wieder etwas ab, aber das Drittel ging an Hannover und stellte die Weiche in die richtige Richtung.

 

Das letzte Drittel dürfte dann nach dem Geschmack der Indians-Anhänger gewesen sein. In der 44. Minute sah sich der ECH in Überzahl, die sie gut spielten. Robert Peleikis konnte diese auch mit dem sehnsüchtig erwarteten Ausgleichtreffer durch einen Schuss von der blauen Linie krönen. Noch während die Stadiondurchsage des Tors das Stadion erfüllte, war erneut Zeit zum Jubeln. Carsten Gosdeck zeigte sich eiskalt, vollstreckte zum 3:2 in der 45. Minute und brachte mit seinem Freudensprung gegen das Plexiglas die Kurve emotional zum Bersten. So wichtig war dieses Spiel und der Treffer. Allerdings blieb die Partie weiter eng. Berlin wurde wieder aktiver und gestaltete das Spiel, die Indians blieben aber mit schnellen Gegenstößen gefährlich. Beinahe endlich möchte man sagen, war es erneut Gosdeck, der für Jubel sorgte und in der 58. Minute zum 4:2 einnetzte. Die letzte Minute versuchte Berlin ihr Glück noch ohne Torwart. Zur Auszeit von Berlin gab es 51 Sekunden vor Schluss auch eine 2-minütige Bankstrafe wegen unsportlichen Verhaltens, so dass sie der ECH mit 6 gegen 4 in der numerischen Unterzahl sah. Trotzdem gelang unseren Indians 40 Sekunden vor Schluss ein Spitzen-Konter in dem Gosdeck allein aufs Tor ging, von den Preussen allerdings unsanft von den Beinen geholt wurde. Auch wenn sich die blau-weiß-rote Kurve recht schnell über die Entscheidung „Penalty“ einig war, haderte der Mann mit der Pfeife und gab lediglich eine kleine Strafe wegen Hakens. Den Sieg ließen sich die Indians allerdings nicht mehr vom Brot nehmen. Peleikis hatte seine Ration Zielwasser getrunken, der Puck streichelte noch sanft an der Latte vorbei uns landete 13 Sekunden vor Schluss im leeren Tor. Das 5:2, eine ausgiebige Siegesfeier, ein Macarena(-Versuch) von Bovenschen, bei der Pressekonferenz ein Soccio beinahe auf Kuschelkurs und der kleine aber feine Sprung auf den 8. Tabellenplatz rundeten den weihnachtlichen Spieltag mit viel Liebe in der Luft ab.

 

Am Mittwoch steht dann bereits das nächste Spiel an, wenn unsere Indians zu den Moskitos Essen reisen. Anpfiff der Partie ist um 20 Uhr und wir halten euch im Liveticker natürlich wie immer auf dem Laufenden.

 

Heute mit Grüßen aus dem Wigwam
Euer Liveticker-Team mit dem ehrlichsten und subjektivsten Spielbericht der Liga

 

Zahlen und Fakten

 

Tore:

 

0:1 Ludwig (Rabbani / Überzahl-Tor) 10:11
0:2 van Lijden (Ludwig) 13:41
1:2 Arnold (Kraus, Noack) 22:26
2:2 Peleikis (Lambacher, Grass / Überzahl-Tor) 43:40
3:2 Gosdeck (Valasek, Pohanka) 44:12
4:2 Gosdeck (Pohanka, Bovenschen) 57:18
5:2 Peleikis (Gosdeck, Finkel / Empty Net) 59:47

 

Strafen: Hannover Indians 6 Minuten – ECC Preussen Berlin 10 Minuten

 

Zuschauer: 3.052

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