Indians entdecken das Toreschießen wieder

Elf Tor in einem Spiel – als es das das letzte Mal gab, sind wir noch mit Pferdekutschen zum Eishockey gefahren. Naja, fast. Aber bisher glänzte der ECH ja eher mit Minimalismus. Ließ hinten nicht viel zu, aber veranstaltete eben auch kein Offensiv-Feuerwerk. Nach dem eher mauen Heimspiel gegen Halle am Freitag, hatte Coach Stolikowski den ganz großen Würfelbecher ausgepackt. Keine Reihe oder Formation blieb in der Konstellation, wie sie zuvor war.

Nachdem man sich endlich auf eine Anpfiffszeit geeignet hatte – es wurde ein leicht verspätetes 19-Uhr-Spiel – fanden unsere Indians ganz gut ins Spiel. Allerdings war es die Wedemark, die in der 10. Minute den ersten Treffer erzielen konnte. Andreas Morczinietz traf in der 10. Minute zum 1:0. Das schönste daran, war noch die Stadiondurchsage: „Wir sind der Meinung, das war … SCH***E!“ – da hatten die Indians-Fans wohl alles im Griff.

Der Start ins zweite Drittel verlief denkbar ungünstig. Nach nur 45 Sekunden konnte Budd seinen eigenen Abpraller verwerten und erhöhte unassisted auf 2:0. Jetzt fingen an, sich die Ereignisse zu überschlagen. Ich will die Spannung ja nicht vorwegnehmen, aber fünf Tore in sechs Minuten! Da war mehr Action als bei allen Teilen der „Stirb langsam“-Reihe. Zuerst konnte Gosdeck in der 22. Minute auf 2:1 verkürzen und nur 23 Sekunden später nahm Gibbons einen langen Pass von Lambacher, sagte brav danke und netzte zum 2:2 Ausgleich ein. Nach einem Beinstellen sah sich die Wedemark nun zusätzlich in Unterzahl. Aber keine Sorge, lange sollte das nicht anhalten. Denn es brauchte nicht mal eine halbe Minute bis Dennis Arnold vor dem inzwischen vollkommen ausrastenden Gästeblock (und natürlich der Tickerbank) sein Team erstmals in Führung bringen konnte. Während sich im blau weiß roten Lager noch alle in den Armen lagen, zeigte aber auch die Wedemark, dass sie noch da waren. In der 27. Minute nutzten sie eine drei auf zwei Situation gut aus und Budd konnte wieder egalisieren. 3:3 nach Toren und nach Herzinfarkten vermutlich Vorteil Indians.

So gut wie eben noch die Scorpions ins Drittel gestartet sind, machten es jetzt die Indians. Yannik Baier traf nach nur 21 gespielten Sekunden zum 3:4 Führungstreffer in den Winkel und sprang bei seinem Jubel so schön gegen das Plexiglas, dass ich ihm dafür beim nächsten Spiel eigentlich glatt ein Bier ausgeben würde. Verwöhnt von den überfallartigen Toren im zweiten Drittel dauert es da fast schon lange, bis sich Dennis Arnold zum zweiten Mal in die Torschützenliste eintragen konnte. In der 44. Minute (und somit gut drei Minuten nach dem letzten Treffer) erhöhte er in Überzahl auf 3:5. Jetzt hätten wir von mir aus auch abpfeifen können. Denn die letzten 10 Minuten wurden für meinen Geschmack etwas überhart geführt. Äußerte sich auch in der Spieldauerstrafe von Pape, als der in der 52. Minute Pohanka mehr als unsanft in die Bande beförderte. Wobei er von mir noch eine Strafe obendrauf bekommen hätte, weil er Valasek ohne Vorwarnung direkt ins Gesicht gepuncht hat. Die Quittung kam prompt in Form eines weiteren Treffers durch unseren Neuzugang Alex Lambacher, der in der 55. Minute das 3:6 machte. Das 4:6 von Morczinietz in der 58. Minute kann man in dem Fall fast nur als Ergebniskosmetik bezeichnen, bevor abermals Lambacher zum finalen Schlag ausholte und in der 59. Minute zum finalen 4:7 trifft.

Der Derby-Sieg und die damit verbundenen Punkte kamen genau richtig. Damit konnte der ECH die Wedemark als Verfolger abschütteln und hat jetzt 8 Punkte Vorsprung auf den 9. Tabellenplatz. So kann es doch gerne weitergehen. Zum Beispiel beim nächsten Heimspiel gegen die Harzer Falken. Eröffnungsbully am Freitag ist wie gewohnt um 20 Uhr.

 

Viele Grüße aus Eishockey-Deutschland

Euer Liveticker-Team mit dem ehrlichsten und subjektivsten Spielbericht der Liga

 

Zahlen und Fakten

 

Tore:

 

1:0 Morczinietz (Budd, Pigache) 9:27
2:0 Budd (ohne Assist) 20:45
2:1 Gosdeck (Noack, Hein) 21:22
2:2 Gibbons (Lambacher, Peleikis) 21:45
2:3 Arnold (Gosdeck, Gibbons / Überzahl-Tor) 23:37
3:3 Budd (Adams, Morczinietz) 26:34
3:4 Baier (Valasek, Ziolkowski) 40:21
3:5 Arnold (Peleikis, Gibbons / Überzahl-Tor) 43:42
3:6 Lambacher (Gibbons, Peleikis) 54:21
4:6 Morczinietz (Budd, Berblinger) 57:40
4:7 Lambacher (Peleikis, Finkel) 58:54

 

Strafen: Wedemark Scorpions 33 Minuten – Hannover Indians 24 Minuten

 

Zuschauer: 1.251