Duisburg kam zum falschen Zeitpunkt

Mit einer kleinen Negativserie im Rücken gegen einen der Mitfavoriten antreten und ohne den gesperrten Gibbons – es könnte bessere Voraussetzungen geben. Aber dennoch wollten die Hannover Indians am vergangenen Freitag gegen die Füchse aus Duisburg um zuletzt etwas rar gesäte Punkte antreten.
Zum Start wurde der ECH jedoch eiskalt erwischt. Nach nur 57 Sekunden musste Niklas Deske nach dem 0:1 von Beck das erste Mal hinter sich greifen. Die Indians fanden einfach nicht ins Spiel und der Doppelschlag in der 11. Minute durch Barta und Klöpper machte es nicht gerade besser. Abseits des Eises schüttelte man vermutlich ähnlich den Kopf über das 0:3 wie auf dem Eis oder an der Bande.
Die Drittelpause nutzte der ECH dann, um sich etwas zu sammeln. Vor allem Kampfeslust war dabei wohl rausgekommen. Denn in der 32. Minute gab es eine Primetime verdächtige Auseinandersetzung zwischen Peleikis und Tom Schmitz, nachdem dieser Hein einen kräftigen Check gegen den Kopf verpasst hatte. Zu Buche schlugen 2+2+2+10 Minuten gegen unsere Nummer 26 wegen unsportlichen Verhaltens und unnötiger Härte. Schmitz bekam 2+10 wegen des Checks und zusätzlich 2+2 wegen unnötiger Härte sowie eine Spieldauerdisziplinarstrafe, die aus einer zweiten 10-Minuten-Strafe resultieren dürfte. Wie innerhalb dieser Szene auch noch Duisburgs Klöpper eine Spieldauer kassieren konnte, ist mir bis jetzt noch schleierhaft. Da eine 10-minütige Disziplinarstrafe und zusätzlich eine Spieldauer gegen ihn ausgesprochen wurde, war es vermutlich nichts Höfliches. Bei der doch recht ungewöhnlichen Strafenverteilung ging es dann mit 5 gegen 5, Peleikis als Einzigem auf der Strafbank und den zwei Duisburgern unter der Dusche weiter. Durch die Dezimierung der Füchse konnten die Indians schrittweise ins Spiel zurückfinden und erarbeiteten sich einige aussichtsreiche Chancen durch Gosdeck, Pohanka und Grass. Trotz der Dezimierung war Duisburg weiterhin brandgefährlich. In der 31. Minute konnte Yannik Baier den Puck nicht im Tor unterbringen und Duisburg setzte zu einem der schnellen Gegenstöße an. Ziolkowski verteidigte gut und konnte den Durchmarsch verhindern, während sich die Füchse eine Strafe wegen zu vieler Spieler auf dem Eis einhandelten. Aber wenn’s mal läuft, dann läuft’s. Etwa eine halbe Minute später wollte Deske den Puck wieder zügig nach vorne spielen, da tauchte St. Jacques plötzlich in unmittelbarer Nähe des Tors auf, machte noch einmal den Weg hinten um’s Tor statt direkt zu schießen und traf auch noch zum 0:4 in Unterzahl. Sichtbar angezählt, verlor der ECH den Faden und geriet unter Dauerbeschuss. Folgerichtig sagte Neumann dieses Mal in Überzahl „Gib mir fünf“, zog aus dem Halbfeld ab, der Puck zischte durch alle Mann durch und landete im Netz zum 0:5. Aber statt in dieser Situation aufzustecken, suchten die Indians den Weg nach vorn und belohnten sich mit der Schlusssirene mit dem 1:5 durch Artur Grass.
Zum Beginn des Schlussabschnitts setzten die Indians auf frischen Wind. So löste Ansgar Preuss den gebeutelten Deske im Tor ab. Obwohl das Spiel bei einem Blick auf die Anzeigetafel schon fast gelaufen war, kam jetzt die Zeit der Indians. Sie arbeiteten sich ins Spiel und in der 48. Minute verkürzte Pohanka auf 2:5. Jetzt keimte noch einmal leise Hoffnung auf, obwohl noch ein langer Weg zu gehen war. Diese wurde in der 56. Minute jäh zerstört, als Krämer nach einem Konter zum endgültigen 2:6 traf. Routiniert spielte Duisburg das Spiel jetzt noch runter und packte die drei Punkte ins Handgepäck.
Insgesamt ein absolut verdienter Duisburger Sieg, da sie schnell, spielfreudig und souverän auftraten. Der ECH hatte phasenweise nicht viel dagegen zu setzen. Jedoch ist positiv die moralische Leistung hervorzuheben, sich bei so einem Spielverlauf nicht aufzugeben, sondern sich ins Spiel zu arbeiten und seine Chancen zu suchen. Punkte bringt das im Kampf um die Playoffs zwar keine, stimmt jedoch positiv, wenn es diesen Sonntag nach Erfurt zu den Black Dragons geht. Natürlich halten wir euch wieder im Liveticker auf dem Laufenden.
Heute mit Grüßen aus dem Wigwam
Euer Liveticker-Team mit dem ehrlichsten und subjektivsten Spielbericht der Liga
Zahlen und Fakten
Tore:
0:1 Beck (Schmitz, St. Jacques) 0:57
0:2 Barta (Schmitz, Neugebauer) 10:14
0:3 Klöpper (St. Jacques, Beck) 10:36
0:4 St. Jacques (Walch / Unterzahl-Tor) 30:07
0:5 Neumann (Barta, Beck / Überzahl-Tor) 37:13
1:5 Grass (Valasek, Ziolkowski) 39:59
2:5 Pohanka (Gosdeck, Turnwald) 47:56
2:6 Krämer (Neugebauer, Klingsporn) 55:36

 

Strafen: Hannover Indians 20 Minuten – Füchse Duisburg 72 Minuten
Zuschauer: 2.451

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