Bittere Niederlage in Erfurt

Am Sonntag ging es für unsere Indianer zu den Black Dragons aus Erfurt. Nach dem Negativtrend der letzten Spiele wollte man den Kompass wieder auf Richtung Sieg stellen. Der zuletzt etwas müde gespielte Niklas Deske bekam eine Pause und so startete Ansgar Preuss im Tor der Indians.
Gleich zu Beginn nahm der ECH das Heft in die Hand und spielte besonders für eine Auswärtsmannschaft mutig nach vorne. Jedoch bekam der Anfangsschwung einen kleinen Dämpfer durch zwei Strafen, die vielleicht etwas kleinlich gepfiffen waren. Aber als die Indians nicht nur komplett waren, sondern sich sogar selbst in Überzahl sahen, begann das Toreschießen. In der 14. Minute traf erst Yannik Baier den Pfosten bevor Robert Peleikis aus dem Gewühl den Puck auf den Schläger bekam und aus drei Metern einnetzen konnte. Etwas ungeplant flogen jetzt schon die ersten Teddys beim Teddytoss, obwohl das ja eigentlich der Fall beim ersten Tor der Heimmannschaft ist. In der 17. Minute bewies Branislav Pohanka sein eiskaltes Näschen. Er stand goldrichtig als der Puck an der Bande entlang kam, Erfurts Reukauf diesen stoppen wollte, aber wegen eines Bandenfehlers der Puck unmittelbar bei Pohanka landete, der nur noch zum 0:2 einschieben musste. Trotz einiger aussichtsreicher Chancen der Black Dragons hatte Hannover hier (noch) alles im Griff.
Den besseren Start ins zweite Drittel erwischen nun die Hausherren. Nach einem einfachen Bilderbuch-Querpass traf Vostarek in der 24. Minute zum 1:2. Nun flogen dann aus Erfurter Sicht endlich die Teddys. Nach der Aufräumpause ging es dann weiter mit Eishockey. Und die Drachen konnten in der 28. Minute nachlegen, als Manske sich nach einem verunglückten Schuss selbst den Puck mit dem Schlittschuh vorlegte und zum 2:2 traf. Jedoch ließ sich der ECH vom Ausgleich nicht verunsichern und spielte weiter mutig nach vorne. Die zuletzt etwas statische Überzahl sollte heute noch zur Stärke werden. In der 30. Minute war es Robert Peleikis im Nachschuss die Indians mit dem 2:3 wieder in Führung brachte. In der 33. Minute konnte Alex Lambacher ebenfalls in Überzahl sogar noch mit dem 2:4 nachlegen. Assistenten zu beiden Toren übrigens beide Male Arnold und Gibbons, der vom Stadionsprecher in stoischer Hartnäckigkeit Gibson genannt wurde. Aber auch diese 2-Tore-Führung sollte nicht lange halten. Gerade mal eine Minute später verkürzte Grosch auf 3:4. Jedoch sahen sich die Hausherren wenig später wieder in Unterzahl und Thomas Ziolkowski stellte in der 37. Minute mit der neu gefunden Überzahlstärke den alten Abstand mit dem 3:5 wieder her. Langweilig wurde es auch die letzten Minuten nicht. Erst traf Gibson – Verzeihung … Gibbons den Pfosten, Schiedsrichter Knauss sah den Puck aber nicht drin, und rund 20 Sekunden vor Schluss schoss Hein nur Millimeter drüber.
An dieser Stelle hätten wir einfach abbrechen sollen. Denn das letzte Drittel lud einfach zum Vergessen ein. Schon nach wenigen Sekunden hätte Erfurt treffen müssen, aber Preuss konnte mit einer sehenswerten Parade noch retten. Wieder gelang den Black Dragons nach nur wenigen Minuten im Drittel ein Treffer. Sochan hatte da einfach viel zu viel Zeit vorm Tor, fährt einmal von rechts nach links, wartet bis Preuss am Boden ist und hebt den Puck über ihn zum 4:5 rüber. In der 47. Minute dann das, was nicht hätte passieren dürften. Gerade komplett, aber noch in Unterzahl-Formation, nutzt Ulitschka die Gelegenheit und gleicht zum umjubelten 5:5 erneut aus. Nun gab es in der Halle kein Halten mehr. Durch die Architektur scheppert es richtig, wenn die Fans erstmal richtig laut sind und das war nun der Fall. Um das ganze etwas abzukürzen: in der 52. Minute macht Zurek das 6:5 und in der 54. Minute trifft Sochan zum 7:5 in Überzahl.
Ein richtig spannendes Spiel in Erfurt, aber mit einem dritten Drittel, das wir schnell vergessen sollten. Die Black Dragons kamen immer gut aus der Kabine, aber der ECH ließ sich auch nach den Treffern der Erfurter nicht aus der Fassung bringen. Ich glaube, ich erwähnte es bereits, aber das letzte Drittel lassen wir da mal außen vor. Am kommenden Freitag und einen Tag vor Heiligabend ist dann FASS Berlin zu Gast bevor am zweiten Weihnachtsfeiertag schon das nächste Heimspiel gegen die Preussen Berlin ansteht.
Viele Grüße aus Eishockey-Deutschland
Euer Liveticker-Team mit dem ehrlichsten und subjektivsten Spielbericht der Liga
Zahlen und Fakten
Tore:
0:1 Peleikis (Hein, Baier / Überzahl-Tor) 13:39
0:2 Pohanka (Pohl, Gosdeck) 16:03
1:2 Vostarek (Grosch, Vazan) 23:13
2:2 Manske (Schüpping, Zech) 27:03
2:3 Peleikis (Arnold, Gibbons / Überzahl-Tor) 29:44
2:4 Lambacher (Arnold, Gibbons / Überzahl-Tor) 32:52
3:4 Grosch (Vazan, Vostarek) 33:53
3:5 Ziolkowski (Turnwald, Hein / Überzahl-Tor) 36:43
4:5 Sochan (Schümann, Klein) 41:56
5:5 Ulitschka (Vostarek, Schüpping) 46:32
6:5 Zurek (Schümann, Klein) 51:16
7:5 Sochan (Grosch, Klein / Überzahl-Tor) 53:02
Strafen: Black Dragons Erfurt 10 Minuten – Hannover Indians 10 Minuten
Zuschauer: 546