Arnold schießt Indians zum Sieg

Ein absolutes Spitzenspiel stand am Sonntag an. Unsere Indians empfingen am heimischen Pferdeturm den amtierenden Oberliga-Meister aus Tilburg. Endlich war es auch wieder kalt genug, eine Jacke zu tragen und „kalt, dreckig, laut“ stand nichts mehr im Weg. Ins schwere Spiel gegen die Trappers mussten unsere Jungs personell wieder etwas geschwächt gehen und weiter auf Pohanka, Ackers, Baier und auch Coach Carroll verzichten. Wie schon beim Freitags-Spiel rückte Leon Lilik in den Sturm auf – eine Position, die der Verteidiger auch früher schon mal ausfüllte.

Und die Indians starteten stark in das Spiel – ganz stark. Schon in den ersten 2 1/2 Minuten hätten drei Tore fallen können. Erst setzte sich Hein im Laufduell nach einem Konter durch, dann kam Valasek mit einem Bauerntrick und auch Gibbons hatte das erste Tor auf dem Schläger. Die Trappers hatten mit so einem Einstand wohl nicht gerechnet und versuchten ihr Glück eher mit Fernschüssen aus der neutralen Zone – die (beinahe überraschend) gar nicht mal so schlecht waren. Der ECH belohnte sich aber glücklicherweise selbst und Arnold brachte den Puck im Nachstochern über die Linie zum 1:0 in der 4. Minute. Komischer Weise brachte dieser Treffer Tilurg erst richtig ins Spiel. Stichwort Weckruf. Denn das Spiel ging dann doch wieder in eine andere Richtung. Jetzt spielte Tilburg mit hohem Tempo munter nach vorn und erspielte sich Chance um Chance. Beinahe logisch, dass eine davon auch mal sitzen musste. In der 11. Minute hatte Tilburgs Bruijsten etwas zu viel Platz und freie Sicht und ließ Pantokowski im Indians-Tor keine Chance. Eigentlich war das Spiel zu spannend, um auf Nebensächlichkeiten zu achten. Allerdings wurde ich von einer Schlaufe am Rücken der Trappers-Trikots abgelenkt. Ist die einfach nur zum Trikot aufhängen oder kann man sich da zur Polonaise einhaken? Nun gut – ich schweife ab. Lag vielleicht einfach daran, dass die Indians-Fans beim Sonntagsbraten wohl etwas zu sehr zugelangt hatten und sich noch im Stimmungstief befanden.

Zum Start des nächsten Spielabschnitts kamen die Indians gut aus der Kabine. Es dauerte bis zur 32. Minute bis auch was Zählbares bei raussprang. Wieder war es Arnold, der mit seiner bärenstarken Reihe für den erneuten Führungstreffer sorgte. Und das Tor haben sie nicht einfach geschossen, sondern mit purem Willen reingekämpft! Das hatte auch die Nordkurve ein bisschen aufgeweckt. Im Gegensatz zum Schiri. Der hatte scheinbar seine Pfeife in der Kabine vergessen. Es gab so drei oder vier Szenen, wo alle 2.625 Zuschauer gerne eine Strafe für Tilburg gesehen hätten. Tatsächlich sprach Hauptschiedsrichter Köttstorfer im gesamten Drittel keine Strafe aus. Vielleicht hatte er ja auch die Hoffnung, noch das Ende vom Tatort mitzukriegen. Für unsere Jungs war es ein kräftezehrendes Drittel, da Tilburg weiter das Tempo hochhielt. Also kurz in der Drittelpause Batterien aufladen.

Mit dem hauchdünnen 1-Tore-Vorsprung blieb es natürlich spannend bis zum Schluss, konnte doch jede der beiden Mannschaften die nächste sein, die ein Tor erzielte. Besonders spannend sollten allerdings die letzten Minuten werden. Ein wenig Nebel zog auf – schöner hätte es auch in einem Spielberg-Movie nicht inszeniert werden können. Rund vier Minuten vor Schluss wurde Arnold an der Bande gecheckt und blieb mit Schmerzen liegen. Strafe? Fehlanzeige. Aber wann wird’s richtig laut? Wenn man sich beschweren kann. Und so auch heute. Die Kurve war jetzt da und unter den immer lauter werdenden Anfeuerungsrufen machte Gibbons in der 58. Minuten den enorm wichtigen 3:1-Treffer. Tilburg reagierte direkt mit einer Auszeit und nahm beim nächsten Bully im Indians-Drittel den Torwart vom Eis. Allerdings zeigten sich die Indians abgeklärt – Gosdeck setzte sich im Zweikampf durch und netzte aus rund 10 Metern Entfernung zum 4:1 ins leere Tor ein. Was für ein nervenaufreibender Arbeitssieg es trotz des relativ deutlichen Ergebnisses war, wurde beim Jubel deutlich. Die gesamte Mannschaft versammelte sich zur Jubeltraube um ihren Keeper Pantkowski. Auch wenn dieser Sieg eine Mannschaftsleistung war, was auch Stolikowski auf der Pressekonferenz nochmal betonte, bekam Dennis Arnold seinen verdienten Applaus. Und packte als Belohnung ein paar durchaus sehenswerte Tanzmoves beim Feiern mit der Nordkurve aus. Freitag geht’s dann weiter auf Punktejagd bei den Füchsen aus Duisburg. Wir halten euch natürlich im Liveticker wieder auf dem Laufenden!

Heute mit Grüßen aus dem Wigwam
Euer Liveticker-Team

Zahlen und Fakten

Tore:

1:0 Arnold (Noack, Peleikis / Überzahl-Tor) 03:38
1:1 Bruijsten (Stempher, van Gorp) 10:24
2:1 Arnold (Noack, Valasek) 31:18
3:1 Gibbons (Hein, Turnwald) 57:21
4:1 Gosdeck (Peleikis, Lilik / Empty Net) 59:32

Strafen: Hannover Indians 4 Minuten – Tilburg Trappers 6 Minuten

Zuschauer: 2.62501-tilburg01web

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