6-Punkte-Berlin-Wochenende bleibt ein Traum

Tja. Niederlage beim Tabellenletzten. Haben wir uns alle anders vorgestellt. Aber um schon gleich das Phrasenschwein abzuspeisen: Shit happens. Solche Dinge passieren sogar mal den Bayern. Nicht, dass ich uns zu den neuen Bayern der Eishockey-Oberliga erklären will. Allen voran nicht, weil sie Bayern sind. Aber sehen wir es einfach mal positiv: es gab dieses Mal wenigstens keine Matchstrafe.

 

Gespielt wurde dieses Mal im alt ehrwürdigen und mit leicht marodem Charme ausgestatteten Wellblechpalast. Bei für Eishockeyverhältnisse beinahe schon karibischer Wärme kam einem der Muff von vergangenen glorreichen Zeiten entgegen. Unter den alten Bannern der alten Eisbären konnten wir uns schon in der 5. Minute auf das erste Powerplay freuen, das zuletzt vielversprechend aussah. Allerdings gab’s gleich im Gegenzug eine Strafe für den ECH. Na dann halt bei 4 gegen 4: spektakulär unspektakulär holt Gosdeck zentral aus und hämmert den Puck ins Tor. Toretechnisch war trotz des vielversprechenden Beginns aber eher Flaute angesagt. Lag mitunter an den neu zusammengewürfelten Reihen, die sich nach dem Ausfall von Gibbons (Strafe) und Meve (verletzt) neu finden mussten. Zudem kam ja noch der Langzeitverletzte Yannik Baier, so dass Coach Stolikowski auf keine vollständigen drei Sturmreihen zurückgreifen konnte. Wobei der ECH in den letzten drei Minuten wirklich auf den nächsten Treffer drängte und Berlin im eigenen Drittel einschnürte. Rund 10 Sekunden vor Schluss konnte sich Arnold nach einem geblockten Schuss zum Alleingang aufmachen, aber Berlins Swolensky hält im letzten Millimeter der Ecke. Da hätte kein Blatt mehr zwischen gepasst.

 

Das zweite Drittel lädt zum schnellen Vergessen ein. Innerhalb von nur fünf Minuten konnte FASS drei Tore machen. Zuerst hält Preuss in der 22. Minute zwar den Schuss, der Nachschuss zum Ausgleich sitzt allerdings. Beim Führungstreffer eine Sekunde gepennt und Fiedler macht sich zum Konter auf. Das 3:1 war dann eigentlich ein hausgemachtes Problem. Verunsichert durch die beiden Tore landete ein Befreiungsschlag direkt beim Gegner. Der sagt Danke, macht zwei Schritte und versenkt. Zur Hälfte des Drittels hatte der ECH endlich seine Fassung wiedergefunden, musste aber dem Rückstand hinterherlaufen. In der 39. Minute und somit psychologisch wertvoll, gelang es Hein, den 3:2-Anschlusstreffer nach einer tollen Vorarbeit von Wasser zu erzielen. Den Aufschwung konnten wir jedoch nicht nutzen, da wir direkt im Anschluss durch eine Strafe dezimiert wurden. Machste da ein Tor – gewinnste das Spiel.

 

Das letzte Drittel startete mit etwas Verspätung. Der recht souveräne Hauptschiedsrichter Meißner hatte Probleme mit seinen Schlittschuhen. So viel Applaus wie bei seiner Rückkehr auf’s Eis hat er wohl noch nie bekommen… Ein Tor hätte in diesem Spielabschnitt auf beiden Seiten fallen können, es ging munter hin und her. Doch verwandeln tat Fass. Direkt nach einer Überzahl nutzte erneut Fiedler die Chance, dass der ECH noch nicht wieder zu seiner Formation gefunden hatte und machte das 4:2 in der 50. Minute. Zwingende Chancen waren kaum mehr zu sehen und uns lief die Zeit davon. Brotlos nahm Stolikowski knapp zwei Minuten vor Schluss eine Auszeit und Preuss vom Eis, was am finalen Ergebnis nichts mehr ändern sollte.

 

Das Spiel hätte insgesamt zwar andern ausgehen können, aber nach 10 Minuten Tiefschlafphase kam der ECH nur schwer zurück ins Spiel. Insgesamt kamen die Strafen immer zur falschen Zeit. Andernfalls würden mir ein paar alternative Enden zum Spiel einfallen. Jetzt steht erstmal die Deutschland Cup Pause aus und die Woche danach starten wir mit frischem Kopf und Wind in die nächste Partie bei den Beach Boys in Timmendorf. Natürlich halten wir euch wieder mit dem Liveticker auf dem Laufenden.

 

Viele Grüße aus Eishockey-Deutschland

Euer Liveticker-Team mit dem ehrlichsten und subjektivsten Spielbericht der Liga

 

Zahlen und Fakten

 

Tore:

 

0:1 Gosdeck (Wasser, Valasek) 6:22
1:1 Gläser (Matthäs, Grünholz / Überzahl-Tor) 21:12
2:1 Fiedler (Ehmann) 24:13
3:1 Matthäs (Fiedler, Gläser) 26:26
3:2 Hein (Wasser, Lilik) 38:27
4:2 Fiedler (Müller, Gläser) 49:42

 

Strafen: FASS Berlin 6 Minuten – Hannover Indians 10 Minuten

 

Zuschauer: 200