Vorbericht: Herne, da war doch was…

Vorbericht zum Wochenende Teil 1

Adam, Rob, Dan, Kyle, Jamie, Josiah… wenn Indians-Fans diese Namen hören, weiß jeder, was gemeint ist. Die Aufstiegssaison 2008/2009 fand ihren eigentlichen Höhepunkt nicht im Finale.

Saisonhighlight war die Halbfinalserie gegen einen Gegner, den zu Anfang der Saison kein Mensch als Titelaspirant und härtesten Gegner der Indians auf der Rechnung hatte.

Der Herner e.V. 2007 begann die Saison mit einem Kader, der zwar schon ein paar außergewöhnliche Einzelspieler hatte, aber überwiegend aus – dies ist nicht despektierlich gemeint – no names bestand. Als hartnäckigsten Gegner sah man in Hannover die Leipziger an. Nachdem diese sich im ersten Aufeinandertreffen am Pferdeturm nicht nur eine Niederlage, sondern auch eine deftige Tracht Prügel abgeholt hatten und sie zudem im Laufe der Saison noch „out of money“ liefen, war die Tür zum Aufstieg für die Indianer weit, weit auf.
Doch die vielfältigen Verstrickungen zwischen dem Duisburger DEL Team und dem Oberligisten Herne führten zu einer Kaderänderung der Ruhrgebietler, die es in sich hatte. Neben den ohnehin für Oberligaverhältnisse schon tollen Spielern Nils Liesegang, Shannon McNevan oder Patrick Asselin tauchten in der Kaderliste plötzlich die Namen Mark Kosick, Paul Flache, Shawn McNeil oder Anton Bader auf. Alle zuvor in der DEL aktiv (Kassel, Augsburg oder Duisburg).

Den Grund für diese plötzlichen Umstellungen weiß bis heute offiziell so recht niemand. Gerüchteweise war der Eigner des Duisburger DEL Teams mit der Performance nicht zufrieden und wollte so versuchen ein Team in die 2. Bundesliga zu bringen.

Die Indians hatten auf einmal einen ernsthaften Gegner, der imstande war, ihnen erneut die Aufstiegsträume zu zerstören und dies obwohl man die Herner als Tabellenvierten mit 45 Punkten (!) Vorsprung klar deklassiert hatte.

Die Spiele gegen die Herner wurden zu wahren Schlachten und waren das eigentliche Finale. Das erste Match am Pferdeturm ging mit 7:4 an die Indians. Indians Star-Goalie Roman Kondelik war rechtzeitig von langer Verletzung genesen und spielte überragend. Vorne spielte die große Hisey-Show Teil 1. Drei Tore des Kanadiers stellten die Weichen auf Sieg gegen eine starke Gästemannschaft.

Spiel 2 in Herne ging mit 2:4 in einer beinharten Partie verloren und spätestens jetzt war jedem klar, dass dies ein ganz schwerer Gang werden würde. Adam Dewan bekam eine Spieldauerstrafe und fehlte demnach in der nächsten Partie.

Teil 3 war an Dramatik nicht zu überbieten. Nach nicht einmal 3 Minuten führte Herne 2:0 und lähmendes Entsetzen machte sich bei den Fans breit. Jeder wusste, wenn man die Heimpartie verlieren würde, wäre dies kaum noch zu korrigieren. Doch die Schockstarre hielt nur wenige Minuten, da ging Indians-Ikone Kyle Doyle in Unterzahl auf und davon und versenkte die Scheibe zum Anschluss, dem Doyle kurze Zeit später in Überzahl den Ausgleich folgen ließ.

Als kurz nach Beginn des zweiten Drittels Jamie Chamberlain die erstmalige Führung erzielte, musste man um die Mauern des Pferdeturms bangen – einen ohrenbetäubender Jubel, den man gerüchteweise bis in die Südstadt hörte ließen die Indians-Fans hinaus.

Doch Herne gab nicht auf: Drei Minuten später glich Thomas Schenkel aus, die erneute Führung durch Dan del Monte egalisierte ebenfalls kurz darauf Patrick Asselin. Ein Spiel auf der sprichwörtlichen Messerscheide.
Keine Tore in Durchgang 3, bis Josiah Anderson seine (Zitat) „dümmste Strafe seines Lebens bekam“. Einen Ellbogencheck im der neutralen Zone konnte Schiedsrichter Carsten Lenhart nur mit einer Spieldauerstrafe ahnden.

Fünf Minuten vor Schluss fünf Minuten Überzahl für Herne – selbst die größten Optimisten hatten jetzt eher finstere Gedanken. Doch Herne zeigte ob des unerwarteten Geschenks Nerven. Zwei 2 Minuten Strafen für Liesegang und McNeil nahmen den Gästen den Vorteil und so ging es in die Verlängerung.

Dort war es Anton Bader, der nach 1:30 eine dumme Strafe zog: 2 Minuten wegen Haltens. Und da zeigte sich der Unterschied. Rob Hisey traf nach einem Sahnepass von DelMonte und löste einen kollektiven Glückstaumel bei den Indianern aus. Der unglaubliche Jubel der Indians-Spieler war ein Indiz dafür, wie eng dieses Spiel war.
Doch wer dachte, Herne sei damit der Zahn gezogen, irrte sich.  Nach dem ersten Drittel in Spiel 4 führte Herne schon wieder 3:1. Doch dann folgte die Hisey/Doyle Show Teil 2. Drei Treffer von Hisey zum 3:2, 3:3 und 3:5 und der vom zahlreichen Anhang gefeierte Treffer von Kyle Doyle zum 3:4 erschossen Herne in den beiden folgenden Abschnitten und schickten die Indians ins Finale.

Der nächtliche Empfang der Mannschaft am Pferdeturm gehört zu den ewigen Indians-Highlights, den Moonwalk von Hisey wird keiner vergessen, der dabei war. Diese Zeit der Play-Offs 2008/2009 ist sicherlich die emotionalste der Indians-Geschichte.

Morgen kommt Herne an den Pferdeturm. Teil 2 der Vorschau kommt morgen früh…