Spielbericht: Klarer Auftaktsieg

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(c) Stefan Zwing / deisterpics

Mit einem klaren 8:3 Erfolg sind die Indians in die neue Saison gestartet. Dabei zeigte die Mannschaft streckenweise begeisterndes Eishockey.

„Mit viel Druck vom ersten Bully an agieren, immer in Bewegung sein, den direkten Weg zum Tor suchen“. Der Matchplan vom Trainergespann Carroll/Stolikowski wurde von der Mannschaft von Sekunde 1 der neuen Saison umgesetzt. Am Anfang nur mit drei Reihen agierend, um den Druck zu erhöhen, schnürten die Indians die Mannschaft von Trainer Sergej Hatkevic im eigenen Drittel ein, gingen aggressiv jeder verlorenen Scheibe hinterher und ließen die Rostocker kaum einmal über die eigene blaue Linie kommen.

Es dauerte bis zur 10 Minute, bis Indians-Goalie Boris Ackers überhaupt einmal die Scheibe anvisieren musste, als ein harmloser Schuss rd. einen Meter an seinem Kasten vorbeiflog.

Die Indians hingegen erspielten sich Chancen nahezu im 10-Sekunden-Takt und nahmen den guten Piranha-Goalie Dustin Haloschan unter Dauerfeuer. Dabei agierten alle drei Blöcke der Indians gleichwertig druckvoll. Doch der zählbare Lohn blieb den Indianern zunächst verwehrt. Die Rostocker verteidigten ihren Kasten aufopferungsvoll, für Indians-Kapitän Sebastian Lehmann manchmal zu leidenschaftlich. Er musste am Ende des Drittels sein Lager für zehn Minuten auf der Strafbank einrichten, als er dem Schiedsrichter wohl zu deutlich seine Ansicht über einige nicht gepfiffene Aktionen mitteilte.

Mit 0:0 ging es in die Pause. Dennoch erhielten die Indians viel Applaus von den Rängen. Die oft bemühte Weisheit eines ehemaligen Indians-Coachs („Schießte keins, kriegste eins…“) mochte auch nach knapp zwei Minuten in Durchgang zwei niemand strapazieren, als der erste Stellungsfehler in der Defensive zum 0:1 durch Tim Dreschmann führte. Denn die Mannschaft ließ keinen Zweifel daran, wer an diesem Abend als Sieger vom Eis gehen würde. Nicht kopflos angesichts des unerwarteten Rückstandes, sondern besonnen und nach Plan arbeiteten die Carroll-Mannen weiter. Konsequentes Forechecking, harte Arbeit in den Ecken und direkter Zug zum Tor – dem ständigen Druck und der Umstand, dass die Mannschaft fortwährend in Bewegung war, konnte von Seiten der Piranhas nur durch Fouls begegnet werden. 12 Strafminuten der Rostocker in Durchgang zwei führten zu drei Überzahltoren und weil es so schön war, gesellten sich noch zwei Treffer bei fünf gegen fünf dazu.

Dabei war der Kapitän Sebastian Lehmann in diesem Drittel – fast – gar nicht auf dem Eis. Kaum von seiner 10-Minuten Strafe zurück, traf ihn ein gegnerischer Schläger im Gesicht. Lehmann musste mit einem dicken Cut an der Unterlippe in die Nähstube der Ärzte, der Übeltäter Tim Marek kam mit 2+2 Strafminuten davon. Begründung des Schiedsrichters: Der Schläger von Marek habe den Schläger von Lehmann getroffen, und dieser habe ihm dann die Verletzung zugefügt.

Die von den Rängen lautstark geforderte Spieldauer blieb aus. Die Begründung hatte zum Glück dort niemand gehört…

Doch auch ohne ihren Kapitän ließen die Indians nichts anbrennen. Die Torschützen Pohanka (2), Hein, Gradl und Noack zeigen, dass alle drei Sturmformationen trotz der notwendigen Reihenumstellung treffen konnten. Für den zwischenzeitlich außer Gefecht gesetzten Lehmann, beorderte Carroll André Gerartz an die Seite von Pohanka und Gradl. Seinen Platz neben Noack und Arnold nahm Yannick Meve ein.

5:1 zum zweiten Pausentee, für die meisten war das Spiel gelaufen. Vor allem, als nach gut sechs gespielten Minuten Dennis Schütt – erneut in Überzahl – einen Knaller von der blauen Linie im mittlerweile von Tobias John gehüteten Kasten versenkte.

Aber immer, wenn das Spiel scheinbar verloren ist, gehen die Imports mancher Teams auf Punktejagd, vernachlässigen das Backchecking und lauern auf Konterchancen. Begünstigt durch sich einschleichende Leichtsinnsfehler (Carroll: „Haben die Scheibe nicht mehr richtig reingebracht, die Scheibe an der gegnerischen blauen Linie vertändelt“), zeigten Bezouskas und Sulcik, dass sie von hoher Oberliga-Güte sind. Wenn sie die Chance bekommen (auch weil sie dann sehr hoch stehen), lassen sie sich nicht lange bitten: Zwei Treffer der Marke unnötig.

Carroll war sichtlich sauer darüber. Zum einen mag er es nicht, wenn die Konzentration nachlässt, egal, wie es steht. Zum anderen fand er die Leichtsinnsfehler sehr ärgerlich für seinen Torwart. Carroll: „Boris hätte mit maximal einem Gegentreffer vom Eis gehen müssen. Die beiden anderen Tore durften nicht fallen. Da haben wir ihn im Stich gelassen.“

Doch die beiden Treffer der Piranhas konnten jeweils postwendend durch eigene Tore egalisiert werden und dies stimmte den Indians-Chef wieder gnädiger.

Lehmann war in Drittel drei auch wieder dabei und die vierte Reihe mit Meve, Doroschko und Mater sowie Kai Steinmann bekamen auch Eiszeit.

Ein gelungener Auftritt der Indians, eine feiernde Kulisse, schöne Tore und keine Verletzungen. Besser hätte die Saison nicht starten können. Einzig die Zuschauerzahl (2118) hätte etwas höher ausfallen dürfen.

Großen Anklang fand auch die neue Lichtanlage am Pferdeturm. Die neue LED-Beleuchtung erlaubt eine tolle Lichtshow und taucht den alten Pferdeturm in ein ungewohnt brillantes Arenen-Licht. Umweltschonend, weil energiesparend ist es auch noch. Damit trugen auch die Stadionbetreiber Kristina und Gerhard Griebler ihren Teil zum „strahlenden“ Saisonauftakt bei.

Beste Akteure: Bei Rostock Dustin Haloschan, bei den Indians Branislav Pohanka und Dennis Schütt.
Spielstatistiken: http://oberliga.stats.pointstreak.com/boxscore.html?gameid=2736213

Weitere Ergebnisse des ersten Spieltags: http://oberliga.stats.pointstreak.com/scoreboard.html?leagueid=653&seasonid=14731&previous=1&date=09/25/15

Tabelle: http://oberliga.stats.pointstreak.com/standings.html?leagueid=653&seasonid=14731

Sonntag erstes Derby

Mit – fast – voller Kapelle werden die Indians am Sonntag zum ersten Derby in die Wedemark fahren. Einzig Verteidiger Danny Reiss wird weiter fehlen.

Gegen die Scorpions gab es in der Vorbereitung zwei Siege, die jedoch zäh erarbeitet waren. Die Wedemärker sind wesentlich besser als in der Vorsaison aufgestellt. Ihr erstes Match gewannen sie gestern bei Fass Berlin. Michael Budd erzielte eine Minute vor Schluss den Siegtreffer zum 3:4.

Für die Indians gilt es dennoch, die nächsten Punkte einzufahren. Mit einer ähnlichen Leistung wie gestern, dürfte dies auch gelingen.

Indians-Coach Carroll hofft auf zahlreiche Unterstützung durch die Indians-Fans: „Das wird kein einfacher Gang. Die werden kämpfen und beissen. Viele der Spieler haben eine Pferdeturm-Vergangenheit. Da ist man besonders motiviert. Es wäre schön, wenn viele unsere Fans den Weg nach Mellendorf finden und uns unterstützen. Schließlich ist es ein Derby und hat sicher auch sportlich einen ganz anderen Charakter als die Begegnungen in der letzten Saison.“

Spielbeginn im Ice-House ist 18.30 Uhr. Tickets gibt es ausreichend an der Abendkasse.

Zum Spiel werden die Indians auch wieder einen Live-Ticker anbieten können. Markus und Vanessa tickern unter: http://liveticker.hannover-indians.de

Unterstützt wird der Liveticker in dieser Saison wieder vom Autohaus Gabrisch: http://www.gabrisch.de; https://www.facebook.com/ahg.gabrisch?fref=ts

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