Spielbericht: Indians siegen 3-1 gegen Wedemark

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Mit 3-1 konnten die Hannover Indians am Freitagabend ihr zweites Vorbereitungsspiel gewinnen. Dabei machten es die Wedemark Scorpions den Hausherren deutlich schwerer, als man dies noch aus der letzten Saison kannte.
Mit zwei Mann foreckecken, schnell und aggressiv spielen, gut aus der Kabine kommen und gleich zeigen, wer Herr im Haus ist. Das war die Vorgabe des Trainerduos Tobias Stolikowski und Brad Bagu, die den im morgendlichen Training verletzten Chef-Coach Fred Carroll an der Bande vertraten. Doch die Umsetzung der Anweisung erhielt schon nach zwei Minuten einen Dämpfer, als bei einem Gewühle vor dem Tor der Ex-Indianer, Ex-Hannover Scorpion und Neu-Wedemark Scorpion Marvin Knauf das erste Tor für den Außenseiter erzielen konnte. Auf der Uhr standen gerade einmal 95 gespielte Sekunden. Sichtlich angefressen reagierten die Indians, spielten zwar aggressiv, fanden jedoch in den Wedemärkern einen Gegner, der körperlich mithalten konnte. Die herausgespielten Chancen der Indianer vereitelte der gut aufgelegte Lukas Müller im Wedemärker Kasten, der in einigen Situationen auch das notwendige Glück hatte. Besonders der erste Indians-Block mit Branislav Pohanka, Frederik Gradl und Sebastian Lehmann hatte mehrfach den Ausgleich auf dem Schläger, der erste Torjubel der 1.645 Fans bleib jedoch – noch – aus.
Die Gäste standen – auch angesichts der Tatsache, dass sie erst seit kurzem Eistraining haben – defensiv erstaunlich gut und hatten selbst einige Chancen, die Führung auszubauen. Die Nicklichkeiten auf dem Eis und der dirty talk untereinander nahmen zu und langsam fanden sich die Pärchen, die sich an diesem Abend besonders lieb haben würden. Eins dieser Paare, Armin Finkel und Wedemark-Neuzugang Brett Beebe, durften gegen Ende des ersten Abschnitts in die Kühlbox – jeweils 2+2 Strafminuten wegen übertriebener Härte.
Die Scorpions nahmen den knappen Vorsprung mit in die erste Pause. Einige der Vorjahresakteure kannten dieses Gefühl schon aus bei der letzten Hauptrundenbegegnung der beiden Teams, als die Mannschaft einen 3-1 Vorsprung herausspielen konnte. Danach kamen die Mellendorfer allerdings noch mit 6-3 unter die Räder.
Durchgang zwei sah eine Fortsetzung der körperlichen Gangart. Erst musste der Scorpion Nummer 91 Magner Aaltonen nach einem Check gegen Kopf und Nacken auf die Bank und ebnete damit dem ersten Streich von Indians-Sturmtank Baranislav Pohanka den Weg: Überzahltor nach knapp 33 gespielten Minuten und endlich konnte Müller das erste Mal überwunden werden.
Danach war erstmal Rummelboxerzeit. Tobias Maeter und Christopher del Castillo keilten sich in bester Derby-Manie. Castillo wurde von Hauptschiedsrichter Mischa Apel mit 2+2+10 Minuten noch gnädig bedacht, Maeter konnte nach seinen 2 + 5 + Spieldauer die Dusche in der Kabine alleine genießen.
Der Rest des zweiten und weite Teile des dritten Drittels boten das gleiche Bild. Chancen hatten die Indians genug, rein wollte die Scheibe nicht. Der Druck der Indians wurde größer, die nun weniger werdenden Konter der Gäste konnte ab Minute 32 Michael Güssbacher im Tor der Hausherren entschärfen.
Als sich auf den Rängen schon gefragt wurde, wie es denn in Vorbereitungsspielen bei Unentschieden weitergehen würde, schlug Pohanka wieder zu. Reiko Berblinger saß auf der Strafbank als die Zeitnehmer erneut ein Überzahltor für die Indians notieren durften. Und weil es so schön war, ließ Pohanka rd. zwei Minuten später Treffer Nummer drei folgen, diesmal bei ausgeglichenem Kräfteverhältnis auf dem Eis.
Fazit: Die Indians haben die vermeintliche Pflichtaufgabe verdient gemeistert. Mit ein wenig mehr Glück, hätte der Sieg auch höher ausfallen können. Einige Male tanzte die Scheibe auf der Torlinie, auf der Latte, flog knapp vorbei oder wurde gerade noch Beute des gegnerischen Goalies. Aber die Wedemark ist nicht mehr das Team des Vorjahres. Die beiden Importspieler Budd und Beebe sowie Sebastian Pigache haben gehobenes Oberliga-Format. Beebe könnte sogar eine echte Überraschung werden. Dahinter stehen Spieler, die nicht mit technischen Kabinettstücken auf sich aufmerksam machen werden, aber fighten, die Checks zu Ende fahren und so manchem Team auf die Nerven gehen können.
Die Derbys werden auf jeden Fall spannend. Die Zeiten aus dem Vorjahr, als eigentlich nur die Höhe des Sieges fraglich war, sind vorbei.
Bei den Indians muss man neben dem gestern überragenden Branislav Pohanka den Kampfgeist der Mannschaft hervorheben, die sich von den vielen vergebenen Chancen nicht beirren ließ und bis zum Schluss gearbeitet hat. Besonders erwähnt gehört auch Dennis Arnold, der mit seinen gerade einmal 18 Jahren seinen ersten Oberligaeinsatz absolvierte, dabei viele Zweikämpfe gewann, ordentliche Checks fuhr und einen guten Eindruck hinterließ. Ebenfalls erwähnenswert ist der schon zu einem so frühen Zeitpunkt offensichtlich außerordentliche Fitnesszustand der Mannschaft, die trotz intensivem Vorbereitungstraining in allen drei Spielen bislang bis zum Schluss ein hohes Tempo gehen konnte.
Heute abend steht schon die Wiederholung der Partie an. Man muss abwarten, welches Team sich von dem durchaus kräftezehrenden Spiel besser erholt hat und wie die Scorpions agieren, wenn sie vor heimischer Kulisse etwas mehr Offensivgeist zeigen müssen.
Erstes Bully ist um 20.00 Uhr im Ice-House Mellendorf. Die Indians freuen sich über jeden Unterstützung.
Spielstatistik bei Pointstreak: http://oberliga.stats.pointstreak.com/boxscore.html?gameid=2723995

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