Indians – Duisburg 1:12

Am Sonntagabend kassieren die EC Hannover Indians am Pferdeturm gegen die in allen Belangen überlegenen Füchse Duisburg eine deutliche 1:12 Niederlage. Damit steht es in der im Modus „best-of-five“ ausgetragenen Viertelfinalserie der Play-Offs um den Aufstieg in die DEL2 aus Sicht der Indians 0:2 und am Dienstag droht beim Spiel 3 in Duisburg das Play-Off Aus.

Am Pferdeturm wusste man schon vorher recht genau, was man vom Gastspiel des Meisters der Oberligen West und Mitte zum Play-Off-Viertelfinalspiel zu erwarten hatte. Eine enorm laufstarke, kombinationsfreudige und -sichere, talentierte Mannschaft mit enormem Torpotenzial in allen Blöcken und einer Abwehr, die in den voran gegangenen 43 Pflichtspielen der Saison erst 68 Gegentore zugelassen hatte. Die kleine Hoffnung bestand darin, die Füchse Duisburg könnten vielleicht etwas lässig und unkonzentriert die Sache angehen und die Indians das Spiel sodann vielleicht etwas stärker bestimmen und über längere Zeit offen halten. Nun, diese Hoffnung erledigte sich dann am Sonntagabend ganz schnell.

Von Beginn an gingen die Gäste mit Volldampf die Sache an und wollten erkennbar frühzeitig auch Spiel 2 der Serie zu ihren Gunsten entscheiden. Gleich nach dem Eröffnungsbully rollten die ersten gefährlichen Angriffe auf das wieder von Ansgar Preuss gehütete Tor der EC Hannover Indians. Während der an diesem Abend ganz starke Offensivverteidiger der Gäste, Pascal Zerressen, bei der ersten echten Chance in der 4. Spielminute noch knapp am Tor vorbei schoss, machte es rund eine Spielminute sein Verteidigerkollege Markus Schmidt besser. Sein Distanzschuss von der rechten Seite rauschte an A.Preuss, der keine freie Sicht hatte, vorbei und zum 0:1 in die Maschen. Auch das 0:2 fiel durch einen Verteidiger und von der rechten Angriffseite. Bei einer der in diesem Spiel ganz wenigen Strafzeiten und Überzahlspiele wurde der erste Schussversuch noch von Karan Moallim gleichermaßen aufopferungsvoll wie schmerzhaft mit dem Körper geblockt. Aber im zweiten Versuch beförderte der letztjährige Frankfurter Spieler Manuel Neumann den Puck dann mit Wucht in das Tor. In der 11. Spielminute bei der ersten nennenswerten Offensivaktion der Indians dann der Anschlusstreffer zum 1:2. Nick Anderson, an diesem Abend wieder als Verteidiger eingesetzt, traf aus mittiger Position mit einem platzierten Schuss und bescherte damit Felix Bick im Tor der Füchse zu diesem Zeitpunkt eine – scherzhaft gemeint – Fangquote von vernichtenden 0 %.

Die natürlich im Lager der Indians aufkeimende Hoffnung beendeten die Gäste recht schnell. Unbeeindruckt vom Gegentreffer erspielten sich die Füchse weiterhin gute und beste Torchancen. Aber den Weg ins Tor fand der Puck dann in der 12. Spielminute nach einem weiteren Distanzschuss. P.Zerressen hatte von der linken Seite zum 1:3 getroffen. Nicht einmal eine Minute später legten die Gäste zum 1:4 und damit fast zur Vorentscheidung nach. Fabio Pfohl zeigte bei einem Solo seine ganzen Qualitäten, umrundete auch noch das Tor der Indians und passte von rechts punktgenau in den Slot, wo der Niederländer Raphael Joly den Puck nur noch über die Linie bugsieren musste. In der 15. Spielminute zeigten sich die EC Hannover Indians dann wieder einmal vielversprechend vor dem Tor der Füchse. Der Schuss von Oliver Duris verfehlte das Tor jedoch knapp. Zwei Minuten vor dem Drittelende machten die Gäste mit dem 1:5 eigentlich schon alles klar. Bei einem schönen Solo wurde Christoph Ziolkowski unfair zu Fall gebracht, konnte den Puck aber dennoch im Liegen an A.Preuss vorbei im Tor der Indians unterbringen. Mit dem Spielstand von 1:5 endete der erste Spielabschnitt, in dem die Gäste auf eindrucksvolle Weise (leider) überhaupt keine Zweifel an ihren enormen Qualitäten aufkommen ließen und auch in der Höhe verdient in die Pause gehen konnten.

Der zweite Spielabschnitt sah die erste gute Torchance diesmal von den EC Hannover Indians. Deon Jones aus der an diesem Abend gut spielenden 3. Angriffsreihe spielte sich auf der rechten Seite sehenswert durch, konnte aber den Goalie der Gäste nicht bezwingen. Damit war es dann aber mit der Indiansherrlichkeit für einige Zeit wieder vorbei und die Gäste übernahmen erneut die vollständige Spielkontrolle. In der 25. Spielminute konnte Indians-Goalie A.Preuss noch den raffinierten Rückhandschuss von C.Ziolkowski stark parieren. Wenig später war aber auch er wieder einmal machtlos. Mit einem wunderschönen Diagonalpass von Diego Hofland auf die Reise geschickt konnte Dominik Meisinger von der linken Seite kommend Goalie A.Preuss mit der Rückhand gekonnt verladen und in der 27. Spielminute zum 1:6 einnetzen. In den nachfolgenden Spielminuten verteidigten die Indians sehr gut und ließen den Gästen nur wenig zu.

Die eingetretene gewisse Ruhe auf dem Eis übertrug sich allerdings nicht auch auf die Zuschauer. Im Gegenteil! Rund 350 Anhänger der Füchse hatten sich zu diesem Spiel auf den Weg nach Hannover gemacht und unterstützten ihr Team vorbildlich von der ersten Spielminute an. Das hatten trotz des ernüchternden Spielstandes natürlich auch die Fans der EC Hannover Indians getan. Nachdem das Spiel sportlich längst entschieden war, machten die Anhänger beider Lager fortan „gemeinsame Sache“. Was bis zum Spielende auf den Rängen folgen sollte, ist wohl zutreffend mit einer einzigen große Party zu beschreiben.

Auf dem Eis stemmten sich die Jungs vom Pferdeturm weiterhin mit allem was ihnen mit fairen Mitteln möglich war gegen den übermächtigen Gegner und ließen darin auch bis zum Spielende nicht nach. Jedoch merkte man den Indians in dieser Partie das Fehlen der beiden körperlich robusten Verteidiger Frank Richardt und Tobias Stolikowski deutlich an und im Angriff war bei einigen Leistungsträgern der Akku nach der langen und Kräfte zehrenden Saison erkennbar leer. So mussten sie nach rund sieben sehr ordentlichen Spielminuten dann doch das nächste Tor quittieren. Nach schöner Konbination traf in der 34. Spielminute André Hübscher zum 1:7, dem keine Minute später im Nachschuss aus der Drehung C.Ziolkowski das 1:8 folgen ließ. Zum Ende des Drittels fielen die Tore 9 und 10 für die Füchse. Beim 1:9 nutzten diese bei angezeigter Strafe die numerische Überlegenheit durch einen zugunsten des Torwarts ins Spiel genommen weiteren Angreifers und trafen nach minutenlangem Dauerdruck. Das schönste von vielen schönen Toren an diesem Abend erzielte wieder der in Köln DEL-erprobte Verteidiger P.Zerressen. Ausgerechnet bei Überzahl der Indians eroberten sich die Füchse den Puck und waren wieder einmal wieselflink mit drei Spielern in Richtung Tor der Indians unterwegs. Hier kombinierten sie wie aus dem Lehrbuch und nach dem finalen traumhaften Zuspiel vom ehemaligen (Kurzzeit-) Indianer M.Schmidt stand das Ergebnis für die Gäste zweistellig auf der Anzeigetafel. So ging es in die zweite Pause.

Der letzte Spielabschnitt begann mit einer guten Torchance für die Hausherren. Aber Artur Grass verfehlte das Tor mit der Rückhand knapp. Zielgenauer kurz darauf dann auf der Gegenseite wieder einmal C.Ziolkowski, der mit seinem an diesem Abend vierten Treffer auf 1:11 erhöhte. Der Duisburger Anhang dürfte von diesem Treffer nicht viel mitbekommen haben, waren sie doch zumeist gerade irgendwo im Eisstadion am Pferdeturm mit einer Polonaise unterwegs zu den Indiansfans in die Nordkurve. Nach wie vor war die Stimmung auch bei den Zuschauern außerhalb der Fanblöcke prächtig. Diese, wie auch die Fans der Indians in der Nordkurve, hatten längst sportlich fair die klare Überlegenheit des Teams aus Duisburg anerkannt und sich mit der Niederlage abgefunden.

Dieses galt wohl auch für die Spieler der Indians, wenngleich diese weiterhin unermüdlich versuchten, was ging. So erspielten sie sich noch einige richtig gute Torchancen. Ein weiterer Treffer blieb aber versagt. In der 46. Spielminute scheiterte A.Grass mit einem Schuss von der rechten Seite am sicheren Goalie F.Bick. Eine Minute darauf dann Robert Hock mit dem Konter. Aber sein Schlagschuss rauschte am Tor vorbei. Wieder rund eine Spielminute danach die nächste Chance. Nach schönem Zuspiel von O.Duris zog André Gerartz sofort ab. Aber auch hier war F.Bick zur Stelle. Das Team der Indians ließ sich nicht hängen, was man bei dem Zwischenstand wohl nicht einmal hätte verübeln können. Das anerkannten auch die Anhänger der EC Hannover Indians und sangen „Wir sind stolz auf unser Team…“. Die Füchse hatten im letzten Spielabschnitt ihren Torhunger soweit gestillt. Fast, denn kurz vor dem Ende fiel noch das 1:12. Bei Überzahl traf A.Hübscher mit einem platzierten Handgelenkschuss aus der Distanz. Somit fand dieses denkwürdige Heimspiel mit den Gästen aus Duisburg einen klaren und allemal verdienten Sieger.

Spielstatistik:

0:1 Markus Schmidt (Hübscher, Pfohl)     04:43 Min.

0:2 Manuel Neumann (Pfohl, Joly)  ÜZ1  09:08 Min.

1:2 Nick Anderson (Weller, Seel)     10:53 Min.

1:3 Pascal Zerressen (Bettahar, Schmitz)     11:53 Min.

1:4 Raphael Joly (Pfohl, Neumann)     12:48 Min.

1:5 Christoph Ziolkowski (Hofland, Walkowiak)     18:00 Min.

1:6 Dominik Meisinger (Hofland, Neumann)     26:33 Min.

1:7 André Hübscher (Joly, Zerressen)     33:08 Min.

1:8 Christoph Ziolkowski (Hofland, Schmidt)     33:55 Min.

1:9 Christoph Ziolkowski (Grözinger, Walkowiak)     38:38 Min.

1:10 Pascal Zerressen (Schmidt, Bettahar)  UZ1  39:43 Min.

1:11 Christoph Ziolkowski (Hofland)     42:16 Min.

1:12 André Hübscher (Faber, Schmitz)  ÜZ1  58:39 Min.

Strafzeiten: Indians: 6 Min. – Duisburg: 2 Min.

Zuschauer: 1.904

Pressekonferenz